Im Verhör: Thomas Kagerbauer

Hallo Liebe SC Zwiesel Fans und herzlich willkommen zu einer neuen Rubrik, nämlich dem Interview, welches hier als “Im Verhör” gehandelt wird.

Um diese neue Kategorie mit einem Kracher zu beginnen, habe ich mir gleich den (mehr oder weniger) für die sportliche Leistung der Jungs Verantwortlichen geschnappt.

Die Rede ist natürlich vom aktuellen SC Zwiesel Trainer, Thomas Kagerbauer!

An dieser Stelle nochmals ein Dankeschön, dass du dich für das Interview bereitgestellt hast. Meiner Meinung nach ist dies nicht nur ein Wortwechsel sondern auch ein Interessanter Einblick in die Denkweisen unseres Trainers. Angefangen vom Fußballtraum bis zur aktuellen Mannschaft ist alles dabei, abgepackt in hoffentlich zehn gute Fragen.

Für Feedback, sei es positiv sowie negativ, steht euch die Kommentierfunktion von Facebook bereit. Dazu einfach den Beitrag auf unserer Facebookseite kommentieren. Gleiches gilt natürlich auch für die auf Twitter vertretenen SC Anhänger!

Ihr könnt natürlich auch Vorschläge einbringen, wen ihr gerne ins Verhör schicken würdet.

Jetzt bleibt mir nur noch euch viel Spaß beim Lesen des Interviews zu wünschen!

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Hallo Matthias, sehr gerne beantworte ich Dir für unsere Fankurve ein paar Fragen.

Wie bist du zum Fußball gekommen?

Mein Leben und Fußball sind eigentlich seit ich denken kann verknüpft. Schon im Kleinkindalter habe ich mit meinem Dad die Fußballplätze bereist. Es wurde mir sozusagen in die Wiege gelegt und dabei blieb es auch bis heute. Leidenschaftlich gerne gehe ich diesem Hobby nach.

War es immer dein Ziel, als Trainer oder Teammanager an der Seitenlinie zu stehen oder war es anfangs dein Bestreben, selbst als Spieler auf dem Platz zu stehen?

Natürlich war es im Jugendalter immer der Wunsch für den SC Zwiesel höherklassig zu kicken. Leider konnte ich dies aus gesundheitlichen Gründen nicht weiter verfolgen, so dass ich auch sehr früh in das Trainergeschäft eingestiegen bin. Über die E-, C-, B-, A-Jugend arbeitete ich mich als Trainer zum Herrenbereich vor.

Daraus entwickelte sich natürlich auch der große Wunsch den SC Zwiesel, wie mein Vorbild, mein Dad, erfolgreich an der Seitenlinie zu betreuen.

Du warst schon 2007/2008 als Trainer für den SC tätig, bist danach zu Vereinen wie Ludwigsthal und Bodenmais gegangen. Hat sich seit deinem Abgang bis zu deiner Rückkehr in der Saison 12/13 viel verändert? (Abgesehen vom Spielerkader)

Beim SC Zwiesel hat sich natürlich viel verändert. Teilweise sind positive Schritte vollzogen worden, auf der anderen Seite aber auch Rückschritte. Vor allem das WIR-Gefühl im Verein, der Zusammenhalt und die Entschlossenheit den SC Zwiesel vorwärts zu bringen habe ich bei meiner Rückkehr oft vermisst. Auch wenn es in der heutigen Zeit schwieriger geworden ist, aber wenn man bei einem Verein erfolgreich arbeiten oder spielen will, dann muss das Hobby nach Familie und Beruf an min. dritter Stelle folgen.

Aktuell trittst du die Nachfolge im Traineramt deines Vaters an. Ist dies eine Position, in der du dich auf längere Sicht siehst oder wirst du doch nur wie angekündigt als “Übergangstrainer” fungieren?

Die Trainertätigkeit beim SC Zwiesel war immer ein Wunsch von mir. Aktuell beschäftige ich mich aber nur mit den restlichen Spielen und dem Klassenerhalt in dieser Saison. Es werden Gespräche folgen, die sicherlich die beste Lösung für den Verein ergeben werden. Meine private Situation, mit dem zweiten Staatsexamen im kommenden Jahr, meine Tätigkeit als Konfliktmanager im Bezirk Niederbayern, Sicherheits-, Spiel- und Medienbeauftragter in der Regionalliga Bayern schränken meine „Freizeit“ etwas ein, so dass man sich das gründlich durchdenken und organisieren müsste.

Unter deiner Leitung hat sich der SC Zwiesel in den letzten Spielen brauchbar präsentiert. Vor allem ist hier das Spiel gegen Neßlbach hervorzuheben. (Rückblick: https://sczfankurve.wordpress.com/2013/04/28/ruckblick-sc-zwiesel-vs-djk-neslbach/ ). In einem Bericht auf fupa.net über deine Rückkehr wurdest du mit dem Wunsch nach Veränderung zitiert. Ist diese jetzt tatsächlich eingetroffen?

Die gezeigten Leistungen möchte ich nicht mit meiner Trainertätigkeit in Verbindung bringen. Die Mannschaft ist sich bewusst, welche Aufgabe sie erledigen müssen und präsentierten sich selbsttätig sehr engagiert. Ich versuche die Stimmung und die Gemeinschaft zu pflegen. Gespräche mit allen Spielern zu führen und das Ziel, den Klassenerhalt, in den Köpfen zu halten. Die Mannschaft zu motivieren und einzustellen gehört sicherlich mit zu einem erfolgreichen Spiel, dies ist aber immer leicht, wenn der Funke aus der Mannschaft entspringt.

Allgemein haben sich schon ein paar Sachen verbessert. Wir sind jedoch noch lange nicht auf dem Niveau und Standard, wo man als SC Zwiesel sein sollte. Das ist ein Prozess, der aber auch nicht auf ein paar Wochen möglich ist. Der Verein, das Umfeld und die Mannschaften müssen wachsen und sich mit dem Verein identifizieren. Hierbei möchte ich an Dich einen großen Dank und Wertschätzung spenden. Deine mediale Arbeit ist super und ich hoffe, dass diese Präsentation, dem Verein und  selbstverständlich auch Dir noch viele Jahre Spaß machen wird.

In den letzten Spielen war zu beobachten, dass sich die Reservebank vor allem mit Nachwuchsspielern gefüllt hat. Auch hast du meist die maximale Auswechselzahl genutzt und gleich drei jüngeren Spielern Einsätze ermöglicht. Wer sind deiner Meinung nach junge, aufstrebende Spieler, die eine Chance auf einen festen Platz in der 1. Mannschaft haben?

Das war von Beginn an der Wunsch von mir. Der SC Zwiesel muss sich über die Jugendarbeit, d.h. Eigengewächsen aufstellen. Das war auch in früheren Jahren der Schlüssel zum Erfolg. Wir haben eine sehr junge und gute erste und zweite Mannschaft. Wichtig ist nur, dass wir alle am Ball bleiben und uns Ziele stecken, die wir gemeinsam erreichen. Rückschläge sollen uns nicht entmutigen sondern motivieren den nächsten Schritt zu machen, nur so bleibt man erfolgreich und im Mittelpunkt der Fußballszene.

Solange ALLE an einem Strang ziehen und sich in der Familie SC wohl fühlen, sich integrieren und vorwärts kommen wollen ist viel möglich!

In der Jugendabteilung, aber auch im Kader der Herrenmannschaften sind zahlreiche talentierte Spieler. Ich persönlich sehe jeden in der Lage beim SC Zwiesel Fuß zu fassen und sich einen begehrten Stammplatz zu erspielen.

Der entscheidende Punkt ist immer: Trainingsfleiß, Wille, positives Denken und der lange Atem. Nicht beim ersten Widerstand aufgeben, sondern allen zeigen was man kann bzw. erreichen will.

Hier möchte ich als Beispiel einen langen Weggefährten und aktuellen Ex-SCler nennen. Auch wenn Marco Fritz eine Zeit erwischte, in der es nicht „rund“ gelaufen ist. Aber er lebte die Entschlossenheit und den Willen vor und holte aus seinen Möglichkeiten das Optimale heraus.

Der SC Zwiesel scheint dem primären Ziel, dem Klassenerhalt, greifend nahe zu sein. Wie motivierst du das Team für diesen harten Abstiegskampf, in dem jeder Punkt der Entscheidende sein kann?

Wir haben die letzten Wochen sicherlich wichtige Schritte in Richtung Klassenerhalt gemacht. Am Wochenende, in Fürstenzell, geht es um extrem wichtige Punkte. Jeder ist sich dessen bewusst und hochmotiviert. Für mich gibt es hierzu immer ein Zitat das ich in solchen Situationen sage:

Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.“ (Antoine de Saint-Exupery)

Wenn in diesem Jahr der Verbleib in der Bezirksliga Ost gesichert ist, könnte es gut sein, dass wir dich weiterhin als Trainer an der Seitenlinie sehen können. Falls dies der Fall ist, ist die Frage, welche Ziele du dir und der Mannschaft setzten würdest.

Egal in welcher Position ich in der kommenden Saison fungiere. Das minimale Ziel ist immer den SC Zwiesel auf Bezirksebene zu präsentieren. Das endlose, weite Meer wäre bei mir sicherlich die Landesliga. Dazu viele junge, willige Zwieseler die gerne und leidenschaftlich die weiß-roten Farben des SC überstreifen und das Vereinsleben beleben und pflegen.

In der vergangenen Saison ist mir negativ aufgefallen, dass die Auswechselbank des SC Zwiesel sehr spärlich besetzt war und meist sogar kein zweiter Torwart mit dabei war. Dies wurde bestraft, als der SC Torwart die Rote Karte sah und sich E. Reißner als eigentlicher Feldspieler ins Eckige stellte. Diese Problematik wurde jetzt behoben, einerseits durch die Aufnahme von Jugendspielern in die 1. Mannschaft, andererseits durch die Verpflichtung neuer Spieler (z.B. Ellerstorfer und Lo Conte). Selbst ein zweiter Torwart sitzt bei fast allen Spielen auf der Auswechselbank. Damit dies so bleibt, müssen natürlich genug Spieler verfügbar sein. Deshalb ist die Frage, ob du im nächsten Transferfenster nochmals Spieler von anderen Vereinen holst oder der aktuellen Mannschaft das Vertrauen gibst.

Der aktuelle Kader hat enorme Qualität. Wichtig ist, den aktuellen Kader so weit wie möglich beizubehalten und die jungen Spieler weiter ans Herrengeschäft heranzuführen. Wir werden jedoch, wie es im Geschäft üblich, punktuell Verstärkungen benötigen.

Jetzt kommt die letzte Frage: Hast du den SC Zwiesel Fans noch etwas zu sagen?

Ich möchte mich bei allen treuen SC-Anhängern und vor allem auch bei Dir sehr bedanken für die Unterstützung. Ihr müsst wissen, der Verein braucht euch genauso wie jeden Spieler, Sponsor und Funktionär. Am Sonntag erwartet uns ein heißer Tanz in Fürstenzell. Ich hoffe, dass wir auf zahlreiche und lautstarke Unterstützung bauen können! Wir geben alles um auch für Euch die Klasse zu halten! Danke

Das Interview ist auch als Download verfügbar. Einfach nebenstehenden Link anklicken.

http://www.loaditup.de/files/768436_e29fs9hxfz.docx

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